3000 km durch Südostasien sind wir, Maria, Ralf und ich, Ende Januar bis Ende März 2020 geradelt. Wir haben unser Ziel - Ho Chi Minh City - erreicht und in Zeiten der Corona-Krise mit großer Mühe Flüge zurück nach Deutschland ergattert.
Für mich sind es jetzt 10 000 km, die ich kreuz und quer durch Myanmar,Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam gefahren bin.
Mit diesem Link kannst du dir unser Tourentagebuch runterladen. Es enthält die Tagesetappen, Informationen zur Strecke und unsere Übernachtungsauswahl.
Tourentagebuch SOA 2020
Ralf hat unterwegs einen wundervollen, anschaulichen, humorvollen und informativen Reisebericht in zwei Teilen verfasst. Die PDF Dateien kannst du hier downloaden:
Ralfs Reisebricht SOA 2020 Teil 1
Ralfs Reisebericht SOA 2020 Teil 2
Wenn es dich interessiert, welche Streckenauswahl wir getroffen haben und wirklich abgefahren sind, so kannst du die gpx Daten aller Tagesetappen hier herunterladen. Wir freuen uns, wenn dich unsere Touren interessieren und stehen dir bei Fragen gerne mit Rat zur Seite. Wenn du diesen Post bis zum Ende scrollst, findest du unsere Kontakt - email.
gpx tracks Radtour SOA 2020
Letzte Station: Ho Chi Minh City
Vier Tage hatten wir für Saigon vorgesehen, um die 9 Mio Stadt zu erkunden und die Rückreise vorzubereiten. Die Einfallstraßen nach Saigon sind gespenstisch leer.
Seit Tagen erreichen uns die Corona-Nachrichten von Europa. Und nun die Hiobsbotschaft, dass Lufthansa u.a. Fluggesellschaften ihre Flüge immer weiter einschränken. Unser Flug wird gecancelt. Ralf telefoniert ununterbrochen mit Lino, unserem Reisebüro Agenten und mit Christiane, die in einer großen Reiseagentur arbeitet, um Alternativen für uns ausfindig zu machen. Richtig genießen können wir die Stadt also nicht. Wir überlegen, was wir
tun sollen: Bleiben oder gehen? Das Leben hier ist entspannt. Was wir von Deutschland hören, klingt
nicht entspannt. Wenn man aber jetzt nicht geht, kann es eine Weile dauern, bis man überhaupt
wieder zurück kann, da es keine Flüge mehr gibt. An Radfahren ist jetzt auch nicht mehr zu denken.
Niemand braucht hier 3 Europäer, die von Ort zu Ort fahren und damit selbst ein Risikofaktor
darstellen. Schließlich entscheiden wir zurückzukehren.
Aber das ist gar nicht so einfach. Unser Rückflug mit LH hätte über Singapur führen sollen. Der Flug
dahin wurde aber gestrichen. Also - neuen Flug besorgen. Möglichst nicht über Singapur. Sollte man
da hängenbleiben, muss man zwei Wochen in Quarantäne.
Flüge umorganisieren ist hier jetzt die Hölle. Christiane aber hat Zugriff
auf alle Buchungssysteme und kann auch noch mit Empfehlungen helfen. Ohne sie hätten wir hier
ohne Ende gelitten. Allein das Anmelden der Räder bei der hiesigen Station (Räder müssen trotz
Buchung hier nochmal lokal angemeldet werden) hat 6 Stunden gedauert. Und
das war easy im Vergleich zu den Dramen anderer Reisender, die wir dabei mitbekommen haben. Überall fallen zur Zeit Flüge aus und man muss umbuchen oder neubuchen. Aber man
bekommt einfach keine Ansprechpartner mehr, weil alle Systeme bei den Airlines
zusammenbrechen. Viele Reisende sind verzweifelt und haben nicht mal jemandem, dem sie das
sagen können. Ein armer Wachmann, der nur auf den Schalter der Fluggesellschaft aufpasst und kein
Englisch kann, hat viel abbekommen.
Es gibt zwar ein Programm des Auswärtigen Amtes (Elefand - hat uns das Konsulat hier gesagt) bei
dem man sich für eine Rückholaktion anmelden kann. Auch zusammengebrochen. Und Vietnam ist noch nicht mal auf der Agenda. Dann die Standardprozeduren. Rad einpacken machen. Irgendwo haben wir mal unterwegs einen netten
Engländer getroffen, der in Saigon wohnt und
uns einen Tipp gegeben hat, wo man sich
einen Karton für das Rad machen lassen
kann, nämlich in der Nähe des alten Postamts. Ein spannender kleiner Laden. Genau nach Mass basteln die, nahezu auf dem Bürgersteig, im Nun drei super starke und perfekte Kartons, helfen uns beim Auseinander nehmen und sachgerecht verpacken der Räder.
Von HCMC bekommen wir nicht viel mit. Die Atmosphäre in der Innenstadt, die immer noch Saigon heißt, ist angenehm. Hochhäuser und hochmoderne Läden wechseln mit alten Kolonialhäusern ab, in denen das Handwerker- und Händlervolk emsig wuselt. Touristen sind nahezu keine mehr da. Alles, was der reiseführer empfiehlt ist geschlossen: Parks, Museen, Pagoden usw.
Der neue Flug mit Emirates über Dubai bis Zürich ist gar nicht mehr im System. Das erfahren wir aber erst, als wir mit dem vielen Gepäck stundenlang angestanden haben und nun am Counter stehen.
Also wieder am Buchungsschalter anstehen mit vielen anderen Verzweifelten und wieder vergehen Stunden. Schließlich - alle sind schon durch die Kontrollen - ergattern wir einen Flug: HCMC-Dubai-Budapest-Basel - und schaffen es gerade noch ins Flugzeug.
In Basel wollen wir mit einem Taxi über die Grenze, um von Lörrach aus einen Sprinter zu mieten, mit dem wir in dieser Kälte nach Frankfurt kommen. Doch die deutsche Grenze ist hermetisch zu für Franzosen - also auch für unseren Taxidriver. Wir nehmen uns ein Hotel in Frankreich, basteln am nächsten Tag die Räder zusammen und radeln über die Grenze nach Deutschland.

Dreitausend Kilometer durch Südostasien: Keine Panne, keine gesundheitlichen Probleme - nur Radlerfreuden und eine anstrengende und aufregende Rückreise.










