Colourful Colorado, dieses Versprechen auf dem
Eingangsschild hat sich erfüllt. Anfangs ist es noch flach, geprägt von Mais
und Rindern. Doch nach Pueblo beginnt der Aufstieg in die Welt der Rockys.
Waren es unsere unterdrückten Ängste vor diesem Aufstieg? Jedenfalls
blieben wir erstmal für einen Tag in diesem Städtchen und genossen die nette
Atmosphäre. Im nächsten Ort Canon-City setzten wir uns mittags nach der Ankunft
in einen Touristenzug, der uns in einen tief in die Felslandschaft
eingeschnittenen Canyon entführte, den Namensgeber des Städtchens. Wir bestaunten
die sich links und rechts auftürmenden Felsmassen und insbesondere hoch oben
die Autobahnbrücke, die ca. 300m hoch über den Canyon führt, zur Bauzeit 1972
die höchste Brücke der Welt.
Doch es half alles nichts, dann jetzt wurde es richtig Ernst
mit dem Aufstieg. Von ca. 1.650m Höhe in Canon City strampelten wir am nächsten
Tag auf ca. 2650m in den Ort Guffey.
Aber es war ein stetiger, allmählicher Anstieg, den ganzen Tag durch eine herrliche Gebirgslandschaft, und wir bewältigten ihn gut. In Guffey, einem winzigen Ort mit 60 Einwohnern, empfing uns Bill, unser Vermieter für die kommende Nacht.
Er stand inmitten seiner völlig skurrilen Holzhütte, vollgestopft mit den verrücktesten Antiquitäten, an denen er zusammen mit seinem Freund Dan herum werkelte, schweißte, reparierte. Bill war unverkennbar ein Original, und ein sehr sympathisches. Zuerst bot er uns ein Bier an und hielt ein Schwätzchen. Dann zeigte er uns seine Schätze, darunter zahlreiche Oldtimer vor der Tür aus früheren Jahrzehnten, völlig verrostet, zwei davon waren noch intakt und wurden von ihm benutzt. Schließlich führte er uns zu unserer Hütte, in der wir übernachten sollten, vorbei an verstreuten Autoteilen und einem Büffelskelett mit Fell überzogen.
Es war eine ehemalige Goldgräberhütte, einfachst, mit übereinander angebrachten Pritschen zum Schlafen und gleichfalls voll mit allerlei Kuriositäten. Aber sie bot Schutz für die Nacht, in der ein heftiges Gewitter tobte. Mit Dana lernten wir eine weitere bemerkenswerte Dorfbewohnerin kennen. Inhaberin einer Bakery, erst kürzlich eröffnet, aber bereits Zentrum des Ortes. Man wurde sofort in lebhafte Gespräche verwickelt. Dana hatte viele Ideen und war voller Tatendrang, backte guten Kuchen, liebte die italienische Küche und bot besondere Gerichte aus selbst gemachten Nudeln an. Mutig, in diesem kleinen Nest. Am nächsten Morgen stand sie extra eine Stunde früher auf, um uns ein köstliches Frühstück zuzubereiten.
Aber es war ein stetiger, allmählicher Anstieg, den ganzen Tag durch eine herrliche Gebirgslandschaft, und wir bewältigten ihn gut. In Guffey, einem winzigen Ort mit 60 Einwohnern, empfing uns Bill, unser Vermieter für die kommende Nacht.
Er stand inmitten seiner völlig skurrilen Holzhütte, vollgestopft mit den verrücktesten Antiquitäten, an denen er zusammen mit seinem Freund Dan herum werkelte, schweißte, reparierte. Bill war unverkennbar ein Original, und ein sehr sympathisches. Zuerst bot er uns ein Bier an und hielt ein Schwätzchen. Dann zeigte er uns seine Schätze, darunter zahlreiche Oldtimer vor der Tür aus früheren Jahrzehnten, völlig verrostet, zwei davon waren noch intakt und wurden von ihm benutzt. Schließlich führte er uns zu unserer Hütte, in der wir übernachten sollten, vorbei an verstreuten Autoteilen und einem Büffelskelett mit Fell überzogen.
Es war eine ehemalige Goldgräberhütte, einfachst, mit übereinander angebrachten Pritschen zum Schlafen und gleichfalls voll mit allerlei Kuriositäten. Aber sie bot Schutz für die Nacht, in der ein heftiges Gewitter tobte. Mit Dana lernten wir eine weitere bemerkenswerte Dorfbewohnerin kennen. Inhaberin einer Bakery, erst kürzlich eröffnet, aber bereits Zentrum des Ortes. Man wurde sofort in lebhafte Gespräche verwickelt. Dana hatte viele Ideen und war voller Tatendrang, backte guten Kuchen, liebte die italienische Küche und bot besondere Gerichte aus selbst gemachten Nudeln an. Mutig, in diesem kleinen Nest. Am nächsten Morgen stand sie extra eine Stunde früher auf, um uns ein köstliches Frühstück zuzubereiten.
Wir strampelten weiter bergauf, hoch auf den Currant Creek
Pass, ca, 2.900m. Oben angekommen, blickten wir überwältigt in ein weites
Hochtal, herrlich grün, in strahlender Sonne, umgeben von den schneebedeckten
Bergspitzen der Rockys. Eine herrliche Bergwelt. Am Nachmittag kamen wir im
Regen in Fairplay an, 2.900 m hoch gelegen, 400 Einwohner, ein ehemaliges
Goldgräberstädtchen. Wir wurden von der netten und resoluten Wirtin des
Rand-Hotels empfangen. Nach Gold und Silber folgte die Gewinnung von Kupfer, und
die völlig durchwühlten Berghänge der Umgebung zeugen davon, dass es auch heute
noch Bergbau gibt.
Hier ließen wir unsere Räder für drei Tage stehen und fuhren
mit dem Bus ins nahe Denver, die größte Stadt am Fuße der Rockys. Nach Wochen auf
dem Fahrradsattel und vielen Tagen durch das no-where strampelnd brauchten wir
diese etwas längere Auszeit dringend. Wir tauchten ein in das städtische Leben,
bummelten die Fußgängerzone entlang, phantasievoll gestaltet mit Kunstobjekten,
Spielangeboten für Kinder und Erwachsene, Klavieren, auf denen immer wieder
Passanten spielten. Die Zeil in Frankfurt könnte sich eine Menge Anregungen
holen. Wir besuchten zwei Museen. Im Art-Museum gab es eine Ausstellung zum
Mythos des Westens mit Ausschnitten aus Wild-West-Filmen, das Historische
Museum zeigte die Geschichte Colorados.
Ursprünglich war das Gebiet spanisch bzw. mexikanisch, erst nach dem Krieg der USA gegen Mexiko 1848 wurde es amerikanisch. Für die Bewohner war das eine eigene Art der Migration: „Nicht wir überquerten eine Grenze, sondern die Grenze ging über uns hinweg.“ Wobei bis zu diesem Zeitpunkt die eigentlich herrschende Gruppe der damals mächtige Indianerstamm der Comanchen war, jedem bei uns aus den Karl-May-Büchern bekannt. Das änderte sich infolge der Einwanderungswellen, zunächst auf der Suche nach Gold und Silber, später nach Weide- und Farmland. Übrigens: Uns fiel auf, dass es in Denver auch einen Anteil an Afro-Amerikanern gibt. In den ländlichen Gebieten, durch die wir gekommen waren, gibt es keine schwarze Bevölkerung, niemanden, Null.
Ursprünglich war das Gebiet spanisch bzw. mexikanisch, erst nach dem Krieg der USA gegen Mexiko 1848 wurde es amerikanisch. Für die Bewohner war das eine eigene Art der Migration: „Nicht wir überquerten eine Grenze, sondern die Grenze ging über uns hinweg.“ Wobei bis zu diesem Zeitpunkt die eigentlich herrschende Gruppe der damals mächtige Indianerstamm der Comanchen war, jedem bei uns aus den Karl-May-Büchern bekannt. Das änderte sich infolge der Einwanderungswellen, zunächst auf der Suche nach Gold und Silber, später nach Weide- und Farmland. Übrigens: Uns fiel auf, dass es in Denver auch einen Anteil an Afro-Amerikanern gibt. In den ländlichen Gebieten, durch die wir gekommen waren, gibt es keine schwarze Bevölkerung, niemanden, Null.
Zurück in Fairplay stand die Überwindung Hoosier-Passes an,
mit 3.510m der höchste Pass des gesamten TransAm-Trails. Ob wir das schaffen? Eine solche Anstrengung in dieser Höhe? Natürlich schafften wir es, und
wir empfanden es nicht einmal als besonders heftig. Der entscheidende Teil
waren 7km Anstieg, ca. 500 Höhenmeter. Natürlich waren wir stolz wie Oskar.
Als Belohnung ging es dann 18km lang nur bergab nach Breckenridge, einen bekannten Ski-Ort, sehr touristisch. Und weiter, eine ganz neue Erfahrung, auf einem Radweg (!) wunderschön entlang des Blue River. Die nächsten Stationen waren Silverthorne, Hot Sulphur Springs, Walden. Es fällt auf, dass die kleinen Städtchen gepflegter sind als vorher in Kansas. Es gibt weniger Leerstände, die Zentren, also die Main-Street ist nicht mehr als 50-100m lang, aber mit hübschen kleinen Geschäften und Lokalen bestückt. Neben der Landwirtschaft gibt es Tourismus und nach wie vor etwas Bergbau.
Als Belohnung ging es dann 18km lang nur bergab nach Breckenridge, einen bekannten Ski-Ort, sehr touristisch. Und weiter, eine ganz neue Erfahrung, auf einem Radweg (!) wunderschön entlang des Blue River. Die nächsten Stationen waren Silverthorne, Hot Sulphur Springs, Walden. Es fällt auf, dass die kleinen Städtchen gepflegter sind als vorher in Kansas. Es gibt weniger Leerstände, die Zentren, also die Main-Street ist nicht mehr als 50-100m lang, aber mit hübschen kleinen Geschäften und Lokalen bestückt. Neben der Landwirtschaft gibt es Tourismus und nach wie vor etwas Bergbau.
Nach Walden überquerten wir die Grenze zu Wyoming, unserem
siebten Bundesstaat. Die erste Station in Wyoming war Riverside, direkt neben
Encampment. Ein winziges Nest mit 52 Einwohnern, fand hier dennoch an diesem
letzten Juli-Wochenende ein Musik-Festival statt. Mit Live-Bands aus der
gesamten Region, Rock, Blues, Folk, die verschiedensten Musikrichtungen. Ein
buntes Publikum hatte sich versammelt, mehrere hundert Leute, manche im
Western-Dress, freakisch, freundlich, ausgelassen.
Auf unserem Campingplatz direkt gegenüber hatten wir nette Nachbarn, extra zum Festival über mehrere Stunden angereist, zu denen wir sofort Kontakt hatten, die uns zu einem Burger einluden und mit Obst versorgten. Es wurde ein vergnügter Abend. Deshalb begrenzten wir uns am nächsten Tag auf nur 30km bis Saratoga, ein Ort mit heißén Quellen, die Maria als Jungbrunnen für sich nutzte.
Jetzt sind wir in Rawlins, 70km weiter, immerhin knapp 10.000 Einwohner.
Auf unserem Campingplatz direkt gegenüber hatten wir nette Nachbarn, extra zum Festival über mehrere Stunden angereist, zu denen wir sofort Kontakt hatten, die uns zu einem Burger einluden und mit Obst versorgten. Es wurde ein vergnügter Abend. Deshalb begrenzten wir uns am nächsten Tag auf nur 30km bis Saratoga, ein Ort mit heißén Quellen, die Maria als Jungbrunnen für sich nutzte.
Jetzt sind wir in Rawlins, 70km weiter, immerhin knapp 10.000 Einwohner.
Die Fahrt durch diese Landschaft empfanden wir fast als
Belohnung für die Anstrengungen, die wir hinter uns haben. Während der Osten
der USA landschaftlich Mitteleuropa ähnlich ist, ändert sich das im Westen
erheblich. Es ging durch weite, offene Hochtäler, von Bergketten umgeben, durchzogen
von Flüssen oder kleinen Bächen, trotz der Höhe von über 2000m mit lockerem
Baumbestand aus Zitterpappeln und Koniferen an den Hängen und entlang der
Flüsse. Ansonsten ausgedehntes Grünland, das in der Sonne in den unterschiedlichen
Grüntönen leuchtet.
Dunkleres Grün an den feuchteren Stellen nahe der Bäche, das Mint-Grün des Sagebrush an den trockeneren Hängen, dazwischen die unterschiedlichen Grüntöne der Bäume. Es ist wirklich ein Vergnügen, diese herrliche Landschaft mit dem Fahrrad zu erleben, in langsamem Tempo genussvoll die umgebende Natur zu beobachten und zu riechen, insbesondere an den noch kühlen Vormittagen. Und colourful Colorado wahrzunehmen. Wir haben Glück mit dem Wetter, es ist überwiegend sonnig, teilweise etwas bewölkt. Immer wieder beobachten wir Wildtiere, vor allem die schön gefärbten Pronghorn-Antilopen, das Mule-Deer, eine kräftige Hirschart mit großen Ohren,
Pelicane, einmal einen badger, einen Dachs, der neugierig aus seinem Bau schaute.
Es gibt weniger Farmen, die weit auseinander liegen und ausschließlich Rinder halten. Mais ist nicht mehr. Auch die Farmgebäude sind kleiner, bescheidener als vorher in Kansas. Je weiter wir nach Wyoming hineinkommen, desto trockener wird die Landschaft, es gibt keine Bäume mehr, nur noch Sagebrush-Fluren.
Dunkleres Grün an den feuchteren Stellen nahe der Bäche, das Mint-Grün des Sagebrush an den trockeneren Hängen, dazwischen die unterschiedlichen Grüntöne der Bäume. Es ist wirklich ein Vergnügen, diese herrliche Landschaft mit dem Fahrrad zu erleben, in langsamem Tempo genussvoll die umgebende Natur zu beobachten und zu riechen, insbesondere an den noch kühlen Vormittagen. Und colourful Colorado wahrzunehmen. Wir haben Glück mit dem Wetter, es ist überwiegend sonnig, teilweise etwas bewölkt. Immer wieder beobachten wir Wildtiere, vor allem die schön gefärbten Pronghorn-Antilopen, das Mule-Deer, eine kräftige Hirschart mit großen Ohren,
Pelicane, einmal einen badger, einen Dachs, der neugierig aus seinem Bau schaute.
Es gibt weniger Farmen, die weit auseinander liegen und ausschließlich Rinder halten. Mais ist nicht mehr. Auch die Farmgebäude sind kleiner, bescheidener als vorher in Kansas. Je weiter wir nach Wyoming hineinkommen, desto trockener wird die Landschaft, es gibt keine Bäume mehr, nur noch Sagebrush-Fluren.
Weiterhin verlief die Radtour bislang völlig problemlos, es
gab weder Pannen noch sonstige Zwischenfälle, toi, toi, toi.
Allerding bereitete uns der Wind Probleme, der zu 90%
aus dem Westen kommt. Also: Gegenwind, der morgens um etwa 11 Uhr einsetzt,
teils sehr stark, mit etwas Glück weniger stark. Da hilft nur, früh aufstehen,
um einen Großteil der Strecke vorher bewältigt zu haben. Wir nennen den Wind
„Thomas-Wind“. Thomas favorisierte in der Planung von Anfang an die
Ost-West-Route und verharmloste den Wind. Der sei nicht so stark, und überhaupt
wehe er immer mal aus verschiedenen Richtungen.
Deshalb denken wir manchmal "liebevoll" an Thomas, wenn wir kräftig gegen den Wind ankämpfen müssen. Aber , wir haben uns schließlich alle für die Ost-West-Variante entschieden. Und Thomas kommt Ende
dieser Woche, so dass er noch seinen Anteil abbekommen wird.
Die amerikanische Küche, naja. Es gibt immer wieder
kulinarische Lichtblicke. So in einer Bar in Fairplay gute mexikanische
Burritos, leckere Tacos und anderes in einem neu eröffneten Lokal in Hot
Sulphur Springs, immer wieder gute Steaks, zur großen Freude vor allem von
Heiner, immer wieder auch gutes Bier aus lokalen Brauereien. Nicht begeistert
ist er nach wie vor von den allgegenwärtigen Burger, meist geschmacklose,
trockene Hackfleisch-Klopse, zwischen Pappdeckel-Brötchen gepackt und in
Plastik-Körben serviert. Maria meint, man könne nicht nach Italien fahren und
sich über das Angebot an Pasta beklagen. So sei es auch mit Burger und Amerika.
Wahrscheinlich hat sie Recht. Uns fällt auf, dass es In den Lokalen, auch in
den Geschäften relativ viel Personal gibt. Oft auch jemanden, der dem Kunden
die eingekauften Waren einpackt. Offensichtlich folgt man hier nicht dem Trend,
soweit es geht und auch darüber hinaus Personal einzusparen wie bei uns in
Deutschland. Allerdings: Viel Personal bedeutet nicht unbedingt, dass man auch
flott bedient wird. Zuweilen ist das Ausmaß an Unorganisiertheit etwas
verwunderlich.
Morgen geht’s weiter in Richtung Teton-Park und Yellowstone.
Wir sind gespannt.
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